Seit mehr als zehn Jahren setzt die Gemeindebriefredaktion aus Köln-Pesch auf Themenschwerpunkte
„Unseren Titel finde ich richtig super.“ Zufrieden schaut Thomas Orbach auf die druckfrische Ausgabe von „evangelisch in …“, dem Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Pesch im Norden der Rheinmetropole. Übersichtlich gestaltet kommt der Gemeindebrief im ungewöhnlichen Querformat daher. Das aktuelle Schwerpunktthema „Kirche und Musik“ wird auf dem Titel gut lesbar angekündigt, drei nebeneinanderstehende Kästen machen auf interessante Artikel zum Thema aufmerksam. Einziger Wermutstropfen: In der Ausgabe finden sich vier Interviews. „Das ist im Prinzip blöd“, räumt Thomas Orbach selbstkritisch ein. Als Vorsitzender des Öffentlichkeitsausschusses ist er verantwortlich für den Gemeindebrief. „Als ich das bemerkt habe, war es schon zu spät“, sagt er. Alles kann eben nicht perfekt laufen.
Themenschwerpunkte sind bereits seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil der Gemeindebriefe. Deren vorangehende Ausgaben beschäftigten sich mit „Seelsorge an ungewöhnlichen Orten“ und „Schuld und Vergebung“. „Wir haben etwas zu sagen, das die Menschen interessiert“, sagt Thomas Orbach selbstbewusst. Außerdem sollte der Gemeindebrief mehr sein als ein „reines Terminblättchen“.
Das Redaktionsteam der Kirchengemeinde Köln-Pesch (von links): Carl-Ludwig Voss, Sylvia Wacker, Gaby Orlach, Thomas Orbach (Foto: Dagmar Paffenholz)
Zwei Monate vor Erscheinen jedes Gemeindebriefs trifft sich das vier- bis sechsköpfige Team zur Redaktionssitzung. Bei einem gemeinsamen Brainstorming ist das Schwerpunktthema meist schnell gefunden. „Einvernehmlich“, betont Thomas Orbach. „Chefredakteur zu sein, bedeutet nur, die meiste Arbeit zu haben“, sagt er und lacht. „Wir orientieren uns am Kirchenjahr oder jemand hat eine Idee, die ein anderer aufgreift.“
Feste Rubriken helfen Beim Umsetzen des Schwerpunktthemas hilft es, sich an festen Rubriken zu orientieren. „Wir haben beispielsweise die einführende Rubrik ,angedacht` oder das ,theologische Stichwort´“, erklärt Redaktionskollegin Sylvia Wacker, Pfarrerin der Gemeinde. „Wichtig ist auch der Blick über den Tellerrand: Was geschieht zum Thema im Kirchenkreis, in unserer Landeskirche, in der Ökumene vor Ort und weltweit?“
Bis das Redaktionsteam mit der Umsetzung der Themenschwerpunkte zufrieden war, probierte es einiges aus. So erschien der Gemeindebrief anfangs vier Mal im Jahr, dann fünf Mal, in Form von zwei Kurz- und drei Themenausgaben. Was über die Jahre gleich blieb und sich immer als Problem erwies, war die große Zahl von Veranstaltungshinweisen und Terminankündigungen. „Es hat nie wirklich gepasst“, sagt Redaktionsmitglied Gaby Orbach. „Der inhaltliche Schwerpunkt kam oft zu kurz.“ Seit kurzem informiert ein monatlicher E-Mail-Newsletter über alle wichtigen Veranstaltungen. Ausgedruckt hängt er im Gemeindehaus, für die Seniorinnen und Senioren sogar in einer vergrößerten Version. „Für aktuelle Termine ist der Gemeindebrief einfach nicht das richtige Medium“, sind sich alle im Redaktionsteam einig. Der Gemeindebrief erscheint heute nur noch dreimal im Jahr als Themenausgabe.
„Eine einheitliche Außendarstellung ist wichtig“ Abgerundet wird das Informationsangebot durch die Gemeinde-Homepage http://www.dem-himmel-so-nah.de/. Alle gemeindeeigenen Medien tragen die gleiche Handschrift, sind nach einem wiedererkennbaren Layout gestaltet. „Eine einheitliche Außendarstellung ist wichtig“, betont Redaktionsmitglied Carl-Ludwig Voss. Entwickelt wurde das so genannte corporate design von einer Agentur. Format und Layout waren „in die Jahre gekommen“, erinnert sich Gaby Orbach. Ein neues Konzept musste her. Das sollte professionell sein. „Im Presbyterium haben wir lange darüber diskutiert, was uns die Öffentlichkeitsarbeit wert ist und was wir uns leisten können“, erzählt Gaby Orbach, die gleichzeitig Finanzkirchmeisterin der Gemeinde ist. Ein weiterer Aspekt: der Umgang mit Ehrenamtlichen. In der Schlussphase der Redaktion zwei Wochen lang Nachtschichten einlegen zu müssen – wie oft üblich –, sei „unverantwortlich“, meint Pfarrerin Wacker.
Die Investition habe sich gelohnt, sagen die Redaktionsmiglieder übereinstimmend. Nach wie vor wird das Schluss-Layout von der Profi-Agentur gemacht. Die Kosten dafür werden durch kommerzielle Anzeigen refinanziert. Die bringen nicht nur Geld, sondern sind Teil der gemeindlichen Öffentlichkeitsarbeit geworden: „Durch unseren Gemeindebrief werden unsere Werbepartner vor Ort auf unsere Kirche aufmerksam.“
Und nicht nur sie. Bereits zweimal hat das Redaktionsteam aus Köln-Pesch einen der TYPO-Preise für Gemeindebrief gewonnen, ausgeschrieben vom Medienverband der Evangelischen Kirche im Rheinland. Mit ihm soll „der engagierte Einsatz und die unverzichtbare publizistische Arbeit“ in den Gemeinden gewürdigt werden. Im Jahr 2003 belegten die Kölner den zweiten und im Jahr 2005 den dritten Platz. Minuspunkte gab es beim letzten Mal wegen zu hoher Druckkosten. „Daraus haben wir gelernt“, sagt Gaby Orbach. „Jetzt haben wir eine Druckerei gefunden, die günstiger für uns druckt.“ Dagmar Paffenholz
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Wenden Sie sich an Pfarrerin Sylvia Wacker Telefonnummer: 0221/590 36 35 E-Mail: sylvia.wacker@ekir.de