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"Wählen gehen zeigt Wertschätzung"


"Auch Ihre Stimme zählt". Die Idee ist gut, aber in der Umsetzung nicht mehr ganz frisch.
Menschen, die der Kirche ferner stehen, für die Presbyteriumswahl 2008 begeistern - das will das Gemeindemagazin der Kirchengemeinde Haan

„Die Idee ist gut, aber in der Umsetzung nicht mehr ganz frisch“. Selbstkritisch guckt Harry Hohberger auf die Seite zur Presbyteriumswahl in der aktuellen Ausgabe von „kirche:heute“, dem Magazin der Evangelischen Kirchengemeinde Haan. „Ihre Stimme zählt“ ist da in einem hervorgehobenen Rechteck zu lesen. Ein ausgestreckter Zeigefinger zeigt auf den imaginären Betrachter. Verschwommen im Hintergrund ist ein Mann zu sehen. „Da gibt es kein Reizwort“, begründet der 72-Jährige seine Meinung, „und die Bildidee funktioniert auch nur mit dem Fingerzeig“. Weil die Kritik konstruktiv sein soll, hat der ehemalige Journalist gleich drei neue Textentwürfe für den nächsten Gemeindebrief zur Redaktionssitzung ins Gemeindehaus mitgebracht.

„Kirchensteuer ist nicht alles“, sagt er einleitend und fährt fort: „Die Menschen sollen wachgerüttelt werden.“ Sie hätten darüber hinaus Fragen: „Wer führt unsere Gemeinde mit Optimismus in die Zukunft? Welche Frauen und Männer sollen sie engagiert mitgestalten“? Aufmerksam hören die drei anderen Redaktionskollegen zu, diskutieren die Vorschläge. Am Ende einigen sie sich auf eine Mischung. Der Slogan „Wählen gehen zeigt Wertschätzung“ kommt noch hinzu.

„Wir wollen die Menschen zur Presbyteriumswahl im Februar 2008 bewegen“, sagt Pfarrer Christian Dörr. Dazu müsse rechtzeitig eine Spannungskurve aufgebaut werden. Eine langfristige Planung und ein gutes Konzept sind die Voraussetzung dafür. Regelmäßige Berichte aus dem Presbyterium im Gemeindemagazin, ein mehrseitiges Leporello zur Wahl, das vergrößert im Schaukasten aushängt und schließlich zwei Wochen vor der Wahl ein Stand auf dem Wochenmarkt, so bringt das Team die Presbyteriumswahl immer wieder in Erinnerung. Mit Erfolg. Die Wahlbeteiligung in der knapp 9000 Mitglieder großen Gemeinde in der Nähe von Düsseldorf lag bei der Presbyteriumswahl im Jahr 2000 mit rund 14 Prozent über dem Durchschnitt der rheinischen Kirche von 9,5 Prozent. An dieses gute Abschneiden wollen die Redaktionsmitglieder anknüpfen, nachdem die Wahlbeteiligung im Jahr 2004 leicht rückläufig gewesen ist.

„Wie können wir kirchenferne Menschen besser erreichen“? Die Frage zur Presbyteriumswahl ist auch Leitgedanke für den Gemeindebrief, der in Haan bewusst Magazin genannt wird. Angeregt durch das bundesweite evangelische Magazin „chrismon“, änderte das Redaktionsteam im Jahr 2000 das Konzept. „Was überregional funktioniert, kann auch in der Gemeinde klappen“, dachten sich die Macher. Wie können wir jüngere Menschen erreichen? Was sind ihre Interessen? Wie müssen die Inhalte aussehen? Das waren die Leitfragen, nach denen der Gemeindebrief umgestaltet wurde. Aktuelle Themen, ein anspruchsvolles Layout, eine ausgewogene Mischung von Wort und Bild, neue, regelmäßig wiederkehrende Rubriken, dieses Konzept hat „kirche:heute“ eine hohe Akzeptanz unter den Gemeindemitgliedern und im Jahr 2004 den 2. Platz bei der Typo-Preisverleihung gebracht. Und Post von einem Prominenten. In einem offenen Brief hatte das Redaktionsteam den Zukunftskongress der Evangelischen Kirche in Wittenberg kommentiert und dabei die Frage gestellt: „Ist ,Kirche der Freiheit` eine bewegende Botschaft, die das Herz der Menschen berührt – oder nur einen intellektuelle Konzeptzeile?“ Die Antwort von Bischof Wolfgang Huber, dem EKD-Ratsvorsitzenden, kam prompt und ist nachzulesen. In der nächsten Ausgabe von „kirche:heute“.
Dagmar Paffenholz


Der Link zur aktuellen Herbst-Ausgabe von „kirche:heute“
http://www.ekir.de/haan/kh_aug_sept_okt_07.pdf


Sie haben Nachfragen zu diesem Gemeindebrief?

Wenden Sie sich an Pfarrer Christian Dörr
Telefonnummer: 02129/34 98 80
E-Mail: mail@doerrs-online.de